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Bewerbung auf eine Lehrstelle

Wie erstelle ich eine Bewerbung für eine Lehrstelle?

Organisiere dich, informiere dich...
Um die 'richtige' Lehrstelle zu finden braucht es seitens des zukünftigen Lernenden, also von DIR, einiges an Engagement dafür.
Es ist wichtig, dass du dich FRÜHZEITIG mit der Berufswahl befasst.
Es ist DEIN Start ins Berufsleben. Es ist der Beginn DEINER beruflichen Zukunft.

Hast du herausgefunden welchen Beruf du erlernen möchtest? Dann ist der nächste Schritt die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Mach eine Schnupperlehre, es können gerne auch mehrere sein. Finde heraus, ob das was du bisher über deinen Wahlberuf weisst auch in der Praxis wirklich zutrifft. Befrage deine Kontaktpersonen, den Chef des Unternehmens, den verantwortlichen Berufsbildner/in, zwei-drei Berufsleute und zwei-drei Auszubildende in diesem Beruf.

Bedenke, der Ausbildungsplatz findest du nicht unbedingt bei dir gleich um die Ecke. Eventuell ist der Ausbildungsplatz bei deinem gewünschten Lehrbetrieb bereits vergeben. Da sind noch drei andere Bewerber/innen die sich auf die gleiche Lehrstelle bewerben. Also musst du frühzeitig sein und deine Bewerbung muss einfach Klasse sein!

Erstelle dir eine tabellarische Übersicht welche Unternehmen du anschreiben möchtest.
Viele Unternehmen schreiben ihre offenen Lehrstellen auf der eigenen Webseite der Unternehmung aus. Offene Lehrstellen sind oft auch auf Stellenvermittlungsplattformen ausgeschrieben.
Falls diese Suche nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann auch ein Blick ins Branchentelefonbuch oder eine Auskunft des Berufsverbandes weiterhelfen.
Finde heraus wem das Unternehmen gehört, wer ist der/die Berufsbildner/in und vor allem, wer ist die Ansprechsperson für deine Bewerbung.

 

Das Bewerbungsschreiben

Mit dem Bewerbungsschreiben wirbst du für dich. Du mast also Werbung für dich. Werbung ist etwas kreatives. Hier kannst du deiner gestalterischen Kreativität freien Lauf lassen.
Das Bewerbungsschreiben soll ein paar wichtige Dinge von dir zum Leser, also der Entscheidungsperson transportieren.

Dies sind

  • Angaben zu deiner Person und den Schulen die du besucht hast,
  • Motivation warum du diesen Beruf...
  • bei diesem Unternehmen erlernen möchtest
  • ... und warum er/sie sich für dich entscheiden soll.

Deine Bewerbung ist unter Umständen der erste Kontakt mit der verantwortlichen Person.
Du erhältst nie einen zweiten ersten Eindruck. Der erste Eindruck muss einfach perfekt sein.

Im Normalfall nimmst du weisses A4 Papier (80g/m2), bei einem grafischen oder kreativen Beruf darf es auch etwas ausgefallenes sein. Bei einer Umweltorganisation oder so darf es auch ein Recyclingpapier sein.
Du druckst deine Bewerbung, die Zeiten der handschriftlichen Bewerbungen sind vorbei. Deine vollen Druckpratronen geben einen schönen satten Druck von sich. Ein schlechter Druck ist für dein Qualitätsanspruch tabu.

Im besten Fall kommen deine Unterlagen in eine schöne Sichtmappe, nicht mit Klammern heften, keine Knitter, keine Eselsohren - einfach schön und sauber.

Kurze prägnante Sätze kann man gut lesen. Deine Bewerbung hat keine Rechtschreibefehler. Du prüfst den Text mit einem Rechtschreibeprogramm. Falls du bei einem Wort oder der Grammatik nicht sicher bist, dann verwende eine Hilfe wie zum Beispiel canoonet. www.canoo.net

Gib dein Bewerbungsschreiben jemandem zum lesen und fordere eine ehrliche konstruktive Kritik mit Verbesserungsideen.

 

Motivationsschreiben

Mit dem Begleitbrief oder auch Motivationsschreiben genannt schreibst du deiner Ansprechperson warum du dich bewirbst und warum sich diese Person für DICH entscheiden soll.

Hier darfst du kreativ sein und deiner Feder Schwung verleihen. Dein Schreiben vermittelt deine Motivation. Warum wälst du genau diesen Beruf? Warum willst du deine Ausbildung gerade bei uns (diesem Unternehmen) absolvieren? Warum soll ich mich für dich entscheiden?
Hier machst du Werbung für dich. Schreibe kurze prägnante Sätze. Lass dein Schreiben von deinen Eltern, deinem Lehrer oder einem guten Freund, Freundin gegenlesen.

 

Lebenslauf

Der Lebenslauf oder auch Curriculum Vitae (CV) genannt gibt Auskunft über dich und was du schon alles gemacht hast.
Inhalt sind Angaben zu deiner Person, die besuchten Schulen, dein Engagement in der Jugendgruppe oder Sportverein etc.

Persönliche Angaben
Der erste Teil enthält dein Name, Adresse, Telefonnummer, E-mail Adresse und das Geburtsdatum.
Angaben zu deinen Eltern oder Geschwister sind definitiv nicht massgebend. Deine Bewerbung wird zum Beispiel nicht besser nur weil deine Mutter berühmt sein soll! Es kann sogar sein, dass du gerade deshalb die Lehrstelle nicht erhältst.
Falls du unbedingt ein Foto von dir dazugeben möchtest, dann sollte dich dieses Foto von deiner 'besten Seite' zeigen. Dein Qualitätsanspruch wählt natürlich ein Portraitfoto. Das Foto ist gestochen scharf, nichts schummriges, absolut gepflegtes Aussehen, saubere nicht karrierte Kleidung.
Ein Foto ist keine Pflicht. Besser kein Foto als ein schlechtes Foto! Falls doch, dann triff die Auswahl mit einem Freund, einer Freundin.

Schulen
Der zweite Teil gibt Auskunft über die Schulen welche du besucht hast. Falls du da eine ganz besondere Schule besucht hast, zum Beispiel die Schule für Diplomatenkinder in Buenos Aires, naja dann würde ich da vielleicht noch eine kurze Begründung dazu schreiben.

Hobbies
Viele Personalberater raten davon ab. Wenn dein Hobby (sorry) Briefmarken sammeln ist, dann lass es weg. Ebenso wenn du Giftspinnen oder Schlangen züchtest. Nur schon das was beim Lesen eines solchen Hobbies bei manchen Menschen im Kopf vor sich geht, kann dir die Ausbildungsstelle kosten. Also lass so etwas weg. Hobbies wie Fussball, Kajak fahren, Ornithologie, Meteorologie etc. sind voll ok.

Schnupperlehren
Wenn du schon eine Schnupperlehre in diesem Beruf absolviert hast, ist dies natürlich ein wertvoller Punkt für dich.

Referenzen
Der letzte Teil gibt Auskunft über deine Referenzen.

 

Referenzen

Auch wenn man noch jung ist kann man jemanden als Referenzperson angeben.
Dies kann eine Lehrperson sein (je nach Beruf der Mathe- Bio- oder Physiklehrer), der Vorsteher der Jugendgruppe oder des Sportvereins.
Vielleicht hast du ja schon eine Schnupperlehre gemacht und fragst dort den Chef oder dein Betreuer an.
Verwandte und bekannte Personen aus dem persönlichen Umfeld sind für eine objektive Referenz eher wenig geeignet.

Für eine gute Referenz ist es wichtig, dass du mit der Person welche die Referenz geben soll darüber sprichst. Die Person muss natürlich damit einverstanden sein und in etwa wissen, wer anrufen könnte und für welche Stelle du dich beworben hast.

 

Der Lehrlingslohn

Der Lehrlingslohn ist und darf nicht massgebend sein für die Berufswahl!

Über die Lehrlingslöhne kannst du dich hier informieren:

Lohn in der Lehre
Lohnempfehlungen der Berufsverbände
www.berufsberatung.ch

Der Lohn in der Lehre
Kaufmännischer Verband Schweiz, Lohnempfehlungen für Lernende im kaufmännischen Bereich
www.kfmv.ch

 

Abbruch einer Lehrausbildung

Es gibt ein breites Hilfsangebot für Lehrlinge welche in Not sind und sich mit einem Abbruch der Lehre beschäftigen.

Die Gründe für eine Lehrvertragsauflösung sind vielfältig.
Von Berufsbildner/innen werden vielfach folgende Gründe genannt:
Schlechte Leistungen in der Schule oder Lehrbetrieb, zu wenig Engagement in der Schule oder im Lehrbetrieb, Interesse am Beruf verloren, Probleme mit den Eltern.
Von betroffenen Lernenden werden vielfach folgende Gründe genannt:
Unangenehme Arbeit, Interesse am Beruf verloren, Konflikte im Lehrbetrieb mit Lernenden und Berufsbildnern, fehlende Mitbestimmung im Lehrbetrieb, mangelnde Vorkenntnisse über den Lehrbetrieb, mangelnde Fachkompetenzen der Berufsbildner/innen, schlechte schulische Leistungen.

Folgende Anlaufstellen bieten Informationen und unkomplizierte, konkrete Hilfe bei Problemen mit der Lehrstelle, bei Lehrabbruch und Lehrstellensuche.

Schnelle Unterstützung und Begleitung für Jugendliche bei Lehrabbruch und Lehrstellensuche
www.jobcaddie.ch

Unkomplizierte Fachstelle für Lehrlingsfragen
www.kabel-berufslehre.ch

Der JOB SHOP/INFO SHOP ist eine Dienstleistung der Offenen Jugendarbeit Zürich und wird unterstützt vom Sozialdepartement der Stadt Zürich
www.info-shop.ch

Aus den Begründungen der Lernenden zum Lehrstellenabbruch lässt sich herauslesen, dass für eine erfolgreiche Berufsausbildung eine intensive Auseinandersetzung mit dem zukünftigen Beruf, den eigenen Fähigkeiten und Neigungen, dem Lehrbetrieb und den Berufsbildner/innen unabdingbar ist.

 

Informationsstellen

Es gibt ein paar wirklich gute Informationsstellen zur Berufsbildung.
Man sollte diese Quellen nicht auslassen wenn man Informationen sucht zu Berufen, zum Bildungssystem, Ausbildungen, Weiterbildungen, Lehrstellen, Laufbahnberatung, Lohn, Stellensuche und vieles mehr.

berufsberatung.ch
Das offizielle schweizerische Informationsportal der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
www.berufsberatung.ch

berufsbildung.ch
Das Portal zur Berufsbildung
u.a. mit einem interessanten Lexikon zur Berufsbildung
www.berufsbildung.ch

Kantonale Berufsbildungsämter
Jeder Kanton führt eine öffentliche Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
adressen.sdbb.ch

Berufsverzeichnis
vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
www.becc.admin.ch

Lehrstellen-Nachweis LENA
Die den Kantonen gemeldeten freien Lehrstellen werden im Lehrstellennachweis LENA publiziert. Die neuen Lehrstellen werden jeweils zu Beginn des neuen Schuljahres für den Lehrbeginn des folgenden Jahres aufgeschaltet.

Die Publikationen findet man auf der jeweiligen Webseite der kantonalen Berufsbildungsämter oder auch auf der Webseite von berufsberatung.ch
LENA wird auch als App angeboten, siehe dazu die BIZ-App im Apple App Store oder im Google Play Store.

Wir empfehlen dir bei der Lehrstellensuche auch andere Webseiten anzusehen, welche Lehrstellen anbieten damit du die grösstmögliche Anzahl verschiedener Angebote findest.

Beispiele

Das erste Beispiel ist ein Lebenslauf.
Das Layout ist einfach und klar strukturiert. Der Leser findet sich schnell zurecht. Die Kreativität ist nicht ausgeprägt. Die Farbwahl ist absolut Geschmacksache.

Das zweite Beispiel ist ebenfalls ein Lebenslauf.
Das Layout ist klar strukturiert. Der Leser findet sich schnell zurecht. Dieses Beispiel zeigt wesentlich mehr Kreativität als das Erste. Für eine Bewerbung als Schreiner, Förster oder Waldarbeiter ist es passend und wirkt authentisch.

Das dritte Beispiel ist ein Motivationsschreiben.
Der Brief wurde im gleichen Layout gehalten wie schon der zweite Lebenslauf. Der Begleitbrief ist klar strukturiert und macht einen guten Eindruck. Der Absender wurde hier bewusst weggelassen, da die Adresse schon im Lebenslauf vorhanden ist. Dies passt sicher nicht jedem Leser, denn es ist mühsam nach einer Adresse zu suchen.

Bei dieser Art von Kreativität und Gestaltung muss man aufpassen, dass es nicht plötzlich zur Todesanzeige mutiert!